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Freitag, 9. Dezember 2011

penti ausstellung - berlin


Hallo,
an alle die am Wochenende in Berlin sind, gibts an dieser Stelle einen Ausstellungstip:

ausgestellt werden Bilder von verschiedenen Pentigrafen aus ganz Deutschland (und Österreich). Die Photos sind alle mit der wunderbaren Penti (einer Halbformatkamera aus der DDR) fotografiert - äh, ich meine natürlich pentigrafiert worden.
Vorbeikommen und selbst von den wunderbaren Ergebnissen überzeugen!


Sonntag, 4. Juli 2010

das schönste auf der welt: imago1:1 – die begehbare kamera

































Eigentlich ist im Titel schon alles erklärt, was man wissen muss.

Genauer geht es aber auch:
Die Kamera, mit der man lebensgroße Portraits im Format 60x200cm machen kann, wurde in den 70er Jahren von dem Physiker Werner Kraus und dem Goldschmied Erhard Hößle konzipiert und erbaut. Der Portraitierte – sobald er die große Kamera betreten hat – sieht sich selbst durch eine spezielle Optik im seitenrichtigen Spiegel. Das bedeutet, dass man sich zum ersten Mal im Leben so sieht wie man von allen anderen Menschen gesehen wird.
Der Auslöser wird vom Portraitierten eigenhändig betätigt: ein Selbstportrait.
Weil das Umkehrpapier keinen Film/Zwischenträger braucht (die Abbildung nämlich direkt auf das Papier projiziert wird), ist jedes Bild ein Unikat!

Susanna Kraus, die Tochter des Erfinders, fand die Kamera von wenigen Jahren und reaktivierte die Imago unter schwierigsten Bedingungen. Ein großes Problem stellte das für die Kamera notwendige Positiv-Papier dar, dessen Produktion aber eingestellt worden war und das es bloß durch das Fehlen eines einzigen unauffindbaren Rohstoffes nicht mehr gegeben hatte. Glücklicherweise entstand der Kontakt zu Firma Harman in England (Ilford), durch die das Papier nun wieder wie einst hergestellt werden kann.
Es handelt sich dabei um das bereits im analoggang-Blog beschriebene Harman Direct Positive Paper!!

Seit 2006 arbeitet auch die Wiener Photographin Annegret Kohlmayer mit Susanna an diversen Projekten für und mit der Imago. Ein schöner Bericht ihrer Erfahrungen mit der Kamera und dem neuen Papier ist kürzlich in der Photonews-Ausgabe Mai 2010 erschienen.


Derzeit läuft auch eine Ausstellungen in Berlin:

seit 15.Juni KochKUNST – Selbstportraits Berliner Köche
in der Galerie im Einstein, Unter den Linden 42, 10117 Berin
bis 25.Juli 2010!

Und natürlich gibt es auch die Möglichkeit, ein eigenes lebensgroßes Selbstportrait zu machen, allein, zu zweit, zu dritt... (zu viert wird es bereits schwierig...).
Bei Interesse sich bitte an Susanna Kraus zu richten: info@camera-imago.de
Die Atelierräume befinden sich in der Strassburger Strasse 6 - 8, 10405 Berlin.

Viel mehr Gutes auf der Website der Camera Imago.


Eine ganz besondere Empfehlung der analoggang.

































Alle Photographien (C) Susanna Kraus und Annegret Kohlmayer

Dienstag, 25. Mai 2010

photoautomat ♥ mi amor


Meine Damen und Herren ich bin verliebt!...bis über beide Ohren
und zwar nicht nur in M♥ - sondern seit Freitag auch in den neuen analogen Photoautomaten im Museums Quartier in Wien.

Die Eröffnungsfeier war sehr gelungen:
ausgelassene Stimmung trotz kühlen Temperaturen, viele bekannte Gesichter, Naschzeug und Popcorn ohne Ende, guter Wein und fabelhafte Photoergebnisse aus der Wundermaschine.
Danke Melanie, Ole, Asger, Kristina und Marisa für die tolle Party!


Beim feiertäglichen Spaziergang gestern mittag bin ich nochmal vorbeimaschiert und hab mich natürlich gleich wieder reingesetzt... ich bleibe bei meinem Urteil von Freitag:... ein tolles Ding!

Auch qualitativ sind die Ergebnisse einen Besuch wert!
Aber was red' ich denn da... um die Genialität der Box und die facettenreiche Schönheit der Ergebnisse erfassen zu können muß man es einfach mal selbst ausprobieren...

also nichts wie ab ins MQ und rein in den Automaten! (erster Hof - gleich links, wenn man vom "MQ-Seiteneingang" der Mariahilferstraße kommt.)


Viel Spaß in der Kiste
wünscht die analoggang!

PS: als "Garderobe-Abgeordnete" der analoggang an dieser Stelle noch ein großes Lob an die Stylisten meiner zwei Kolleginnen Kristina und Marisa, die tauben-grau-blauen Overalls beim Eröffnungsfest waren zum niederknien und wurden stilsicher mit Gold- und Rosétönen kombiniert!
Chapeau, mes dames!


Sonntag, 16. Mai 2010

photoautomat wien




Liebe Leute groß und klein, findet euch am Freitag den 21. Mai 2010 ab 19 Uhr im Wiener Museumsquartier ein!

Wir feiern die Ankunft des analogen schwarz/weiß Photoautomatens direkt aus der Schmiede von Ole Kretschmann und Asger Doenst in Berlin. Den unermüdlichen Bemühungen Ole Kretschmanns und seiner Schwester, der Burgschauspielerin Melanie Kretschmann, ist es zu verdanken, dass der Automat - übrigens ein Original aus den 60er Jahren - von Freitag an in Wien in Betrieb sein wird! Marisa und Kristina übernehmen die Wartung des Gerätes (also immerhin 2/3 der analoggang) - vor allem deswegen, weil Kathi aus der Maschine nicht mehr rauszubekommen sein wird! Zu finden ist der Automat im 1. Hof des MQs - von der Mariahilferstrasse kommend.

Jeder Gast darf einen 4er Streifen unentgeltlich im Automaten knipsen!


English Version starts here:

Everybody interested in analogue photography is invited to join us on Friday, May 21st at 7 p.m. when we'll solemnly unpack the analogue b&w photoautomat directly shipped to us by Berliners Ole Kretschmann and Asger Doenst. Ole and his sister Melanie Kretschmann (actress at the distinguished Viennese theater "Burgtheater") had to go great lenghts in order to get the machine over here. The analoggangs very own Marisa Vranjes and Kristina Satori will be taking care of the photoautomat.

On Friday, May 21st 2010 everybody will get a picture for free!

Where it's at: Museumsquartier, at the first court when comming from Mariahilferstrasse.



For more information please visit: www.photoautomat.de



Mittwoch, 5. Mai 2010

retrospektive einer retrospektive: roger melis



Vor wenigen Tagen endete die Ausstellung „Roger Melis – Chronist und Flaneur“ in der Galerie C/O Berlin im Postfuhramt in Berlin (Oranienburger Straße 35/36).

Die Aschewolke über Europa entschied über unseren Besuch dieser Retrospektive und war eine wunderbare Überraschung. Mit einem Kaum- bis Nichtkennens dieses Photographen („schon mal gehört...“) betrat man die Räume, die mit sauberen, selbst entwickelten Abzügen in einfachen Holzrahmen ausgehängt waren. Roger Melis verstarb letzten Herbst.





1940 in Berlin geboren, wuchs er in West-Berlin auf und begann dort seine Photographen-Lehre. Er arbeitete zunächst als wissenschaftlicher Photograph, gleichzeitig entstanden aber seine ersten Künstlerportraits, Reportagen und auch Modephotographien. 1969 gründete er gemeinsam mit Sibylle Bergemann, Arno Fischer und weiteren die Fotogruppe „Direkt“. In den folgenden Jahren war er für zahlreiche deutsche Magazine tätig. Anfang der 1980er erhielt er den Vorsitz der Zentralen Arbeitsgruppe Fotografie im Verband Bildender Künstler, etwa gleichzeitig aber auch eine zeitweilige Auftragssperre für die DDR-Presse aufgrund eines Beitrage mit Erich Loest für Geo. 1978 bis 1990 war er Lehrer an der Kunsthochschule Weißensee, 1993 bis 2006 beim Lette-Verein Berlin.






Die Ausstellungsräume im Postfuhramt führten zunächst durch seine umfassende Sammlung an Künstlerportraits – Helene Weigel, Heiner Müller, Anna Seghers, Wolf Biermann, Katharina Thalbach... um nur wenige zu nennen. Viele dieser Portraits sind durch eine klare, einfache Bildsprache sehr eindringlich und wirken stark (nach).



In weiteren Räumen dann seine Aufnahmen von der Straße: in Berlin, dann London, Paris, Moskau, Warschau, Krakau.



Aber auch ländliche, dokumentarische Sujets schmücken sein Oeuvre. Und schließlich runden die mit August Sanders vergleichbaren Portraits von Arbeitern, Bauern und Handwerkern unterschiedlicher Zünfte die Retrospektive – über 40 Jahre – ab.

Roger Melis – Chronist und Flaneur.




In einem stillen Land. Fotografien 1965 – 1989
Künstlerportraits. Fotografien 1962 – 2002

(erschienen im Lehmstedt Verlag)



Copyright aller Photos bei Roger Melis/© Mathias Bertram, Berlin

Montag, 15. Februar 2010

metropolis



Freitag Abend war es endlich soweit: die 60. Berlinale wurde mit der Liveübertragung (ARTE) der, von mir mit Hochspannung erwarteten, zweiten Uraufführung von Fritz Langs Metropolis eröffnet.

Zweite Uraufführung? Genau! Denn bereits 1927 war Metropolis im, heute würde man wohl "director's cut" sagen, in Berlin uraufgeführt worden. Der damals 154 Minuten lange Film kam beim Publikum allerdings weniger gut als erwartet an, weswegen sich die damalige Produktionsfirma dazu entschied, ihn auf eine ca. 25 Minuten kürzere Version zu schneiden.

Nur dem Umstand, dass ein argentinischer Verleih eine Kopie des Films bei der ersten Uraufführung gleich vor Ort kaufte, ist es zu verdanken, dass eben diese Version vor zwei Jahren von Paula Félix-Didier, Leiterin des Filmmuseums in Buenos Aires, dort wieder entdeckt werden konnte. Alle anderen vollständigen Versionen waren in der Zwischenzeit zerstört worden.

Die Zeit hat an dem in Argentinien wieder entdeckten Material allerdings derart starke Spuren hinterlassen, dass man, selbst nachdem diese Teile in den letzten beiden Jahren unter enormen finanziellen Aufwand in Deutschland restauriert worden waren, die Zerstörung immer noch deutlich sieht. Dennoch ist dieses Material wunderschön und - da man ihm das Alter und die Strapazen ansieht - irgendwie auch passender.

Metropolis gilt heute nicht nur als der erste Science Fiction Film der Filmgeschichte, sondern auch als wichtiges Kulturgut. Als erster Film überhaupt wurde er von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt.

Apropos Kulturgut: Für Wien war Metropolis auch ein wichtiger Film, denn nicht nur Fritz Lang wurde hier geboren und verbrachte viele Jahre seines Lebens hier, 1925 bis '26 drehte man einige Szenen von Metropolis auf dem Gelände der ehemaligen Wienerberger Ziegelwerke sowie in den dort benachbarten Filmstudios.

Einige Quellen äußern sich jedoch kritisch darüber, dass man zur Besetzung billiger Komparsen vor allem auf Arbeitslose und schlecht ernährte Kinder zurückgriff, die stundenlang im eiskalten Wasser Szene für Szene wiederholen mussten. Dass Fritz Lang selbst von seinen Hauptdarstellern Übermenschliches erwartete, war hinlänglich bekannt. Auch Brigitte Helm, die die Maria in Metropolis mimte, bekam das zu spüren. So soll sie in ihrem hölzernen Kostüm mehrere Male kollabiert sein und auch das technische Team des Films musste unter extrem schlechten Bedingungen arbeiten.

Doch zurück zum Film: Die Geschichte, die erzählt wird (das Drehbuch stammt von Langs damaliger Ehefrau Thea von Harbou), ist einfach und auf verschiedenste Weise bereits tausende Male erzählt worden, dennoch ist sie universell und zeitlos - behielt also bis heute ihre Gültigkeit.

Aber nicht nur allein das zeichnet diesen Stummfilmklassiker aus, sondern vor allem die einzigartige Ästhetik der Bühnenbauten, der Ausstattung sowie die Kameratechnik. In den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts war Fritz Langs Film bahnbrechend und über die folgenden Jahrzehnte blieb Metropolis Inspirationsquelle für unzählige Filme und Musikvideos (z.B.: Blade Runner von Ridley Scott oder Tim Burtons Batman).

Als Kind der 80er erinnere ich mich an unglaublich viele Referenzen an Metropolis in der Popkultur jener Zeit, allen voran in den Musikvideos zu Queens Radio Gaga (Regie: David Mallett, 1984) und Madonnas vier Minuten kurze "Fassung von Metropolis": Express Yourself (Regie: David Fincher, 1989).











In beiden Fällen wird sehr deutlich auf den Film als Quelle hingewiesen. Am Ende des Videos von Queen sieht man "Thanks to Metropolis" eingeblendet und am Ende von Madonnas Video steht "Without the heart there can be no understanding between the hand and the mind." - ein Zitat aus Metropolis (im Film heißt es: "Der Mittler zwischen Hirn und Händen muss das Herz sein."), das im Laufe des Films immer wieder zu lesen ist, und sich deshalb stark in den Köpfen der Zuseher einprägt.

Fritz Langs Werk hielt unter anderem auf diese Weise auch Jahrzehnte nach seiner Produktion immer noch und von manchen unbemerkt Einzug in den gegenwärtigen Mainstream. Und so geschah es, dass selbst wenn man den Film noch nie gesehen hat, man dennoch zahlreiche Elemente daraus kennt.

Die Übertragung am Freitag war ein einzigartiges Erlebnis, nicht nur da der Inhalt des Films durch die nunmehr hinzugefügten Szenen um einiges mehr an Tiefe und Emotion gewonnen hat, sondern auch, da der Dirigent Frank Strobel die Originalpartitur (von Gottfried Huppertz) zu der neu geschnittenen Fassung gänzlich neu aufbereitete und diese mit dem Sinfonieorchester Berlin im Friedrichstadtpalast live und bildgenau einspielte.




--> ENGLISH VERSION STARTS HERE:


This years Berlinale - Berlins very own international film festival and by the way the sixtieth edition of it - was opened by a long awaited live screening of Fritz Langs silent movie Metropolis. It was Metropolis' second première in Berlin. The first took place in 1927 when the film was shown in its 154 minutes long original version. (The movie was cut to an approximately 25 minutes shorter version since the audience back then didn't appreciate the film at first.) It remained shown as that shorter version for the last eight decades. The cut out material got destroyed.

In 2008 Paula Félix-Didier, head of the filmmuseum in Buenos Aires, found the missing material. It was a lucky coincidence that an Argentinian contributor had bought Metropolis right after its première in 1927 and immediately flewn the rolls to Argentina. Those rolls were long time forgotten but eventually turned out to be the only original director's cut left of the film.

The rediscovered material almost got ruined by dust and scratches and eventhough it was restored by experts for the past two years (costing an unbelievable amount of money) it is still in a very fragile condition. But that works for me - it's more charming and authentic that way and therefore fits its own story pretty well.

Metropolis is regarded to be the first Sci-Fi movie of its kind and in addition to that it is often titulated as a cultural asset. The UNESCO just announced it to be a part of the "Memory of the World" and made Metropolis the first movie ever in that category.

The movie also has a deeper cultural connection with Vienna since the Austrian director Fritz Lang was born and raised there. Besides that several scenes of Metropolis were shot at Wienerberger Ziegelwerke (then famous brickmaker factory in Vienna) and the filmstudios near by.


Metropolis also had to face a lot of criticism and was overshadowed by it throughout the years. Rumor has it that most extras were unemployed people and children who literally had to perform superhuman feats for very little money. Brigitte Helm, who played the female leading role, collapsed several times inside of her wooden costume etc. Fritz Lang was known as a tyrant on set long before Metropolis got filmed.

But let's get back to the content:
The screenplay written by Thea von Harbou - Fritz Langs then wife - tells a very familiar story that has been told a thousand times yet still is universal and classic and therefore remains valid at present. What's really special about this silent movie is the unique and futuristic aesthetics of the stages and the camera technique used. At the time the movie was made Metropolis was groundbreaking and remained a source of inspiration throughout the following decades. Numerous movies and music videos used it as a reference. Ridley Scotts Blade Runner and Tim Burtons Batman are just the two most obvious.

I remember Metropolis quotations really bursting out of the '80s pop culture. Take Queens Radio Gaga (directed by David Mallet in 1984) or Madonnas four minute "version" of Metropolis, the music video to her 1989 single Express Yourself (directed by David Fincher). (Please scroll up to the German version to take a look at those videos.) These two videos clearly pointed out their source. At the end of Madonnas video an insert comes up that says: "Without the heart there can be no understanding between the hand and the mind." (while the movie reads: "Der Mittler zwischen Hirn und Händen muss das Herz sein.").

This way Fritz Langs movie found its way into pop culture almost unnoticed by some of us which led to the result that even if you'd never watched the film you are still aware to some of its elements - may they be visual or in terms of its content. Metropolis seems familiar.

Fridays screening was a very exciting one-of-a-kind experience. The "new" scenes added a lot more depth and emotion to the movie. Conductor Frank Strobel arranged the original score (by Gottfried Huppertz) with the Sinfonieorchester Berlin who played live exactly fitting the pictures. Brilliant!